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Ivana Seger

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Das "Emma hilft"-Team

Ivana Seger

Mein Name ist Ivana Seger, ich bin 50 Jahre jung und arbeite als Palliativschwester im Hospiz St. Barbara in Oberursel.

Dass ich mit Menschen arbeiten wollte, war für mich schon im Jugendalter klar, doch ich brauchte 40 Jahre, bis ich endlich meine Berufung in der Hospizarbeit fand.

 

Menschen helfen zu dürfen, sie zu betreuen und zu begleiten, gehört für mich zu einer nicht mehr wegzudenkenden Aufgabe, die mein Leben zutiefst bereichert.

 

Mir war klar, dass es wahrscheinlich sehr schwer bis nahe zu unmöglich sein wird, das Vertrauen der Gäste (so werden die Menschen genannt, die in einem Hospiz leben), in kürzester Zeit zu erlangen. Daher habe ich mich bewußt dazu entschlossen, einen geeigneten Welpen zu suchen, der mich bei meiner Arbeit im Hospiz als „Eisbrecher“ unterstützen sollte. Und so ging ich auf die Suche und fand im Jahr 2008 Emma.

Gemeinsam mit Emma absolvierte ich im Jahr 2009 eine Weiterbildung zum zertifizierten  Therapiebegleithundeteam.

Eigentlich wollte ich Emma „nur“ im Hospiz Arche Noah in Schmitten, indem ich damals als Palliativschwester gearbeitet habe, einsetzen. Doch wie sich herausgestellt hat, ist die Hospizwelt sehr klein und es hatte sich sehr schnell herum gesprochen, dass es in der Arche einen Therapiehund gibt, der für so viele schöne und emotionale Momente sorgt.

Danach riefen drei Hospize sowie zwei Palliativstationen an und fragten, ob wir auch ihre Einrichtung tiergestützt betreuen können.

Heute begleiten wir die Gäste und Patienten sowie ihre lieben Angehörigen in vier Hospizen und auf zwei Palliatvstationen.

 

Mein großes Ziel ist es, dem Wort „Hospiz“ ein wenig Macht zu rauben, in dem ich aufkläre, Mut mache und Ängste abbaue.

Emma

Emma ist eine 11 jährige, sanfte und einfühlsame Therapiehündin und ich glaube, dass sie selber denkt, dass sie ein Marienkäfer ist. Anders kann ich mir ihr sanftes Wesen nämlich nicht erklären.
Sie ist im Hospiz groß geworden und hat dort quasi ihre „Lehre“ gemacht. Daher kennt sie das Anforderungsprofil in so einer Einrichtung nur zur genüge.
Doch was kann sie, was ich als Palliativschwester nicht kann?

Als ich sie damals vor 11 Jahren das erste Mal mit ins Hospiz „Arche Noah“ in Schmitten genommen habe, zeigte sie mir schon am ersten Tag und mit ihren gerade mal vier Monaten, was sie so einzigartig macht.
Sie braucht keine Worte, um Menschen zu trösten. Sie stellt keine Fragen, auf die es sowieso keine Antworten gibt. Sie hört zu, ohne den Menschen dahinter zu bewerten und sie ist einfach nur da. Sie liebt es zu kuscheln und kann alleine durch ihre Anwesenheit den Tag besser starten lassen.

Sie bemitleidet nicht und denkt auch nicht an die furchtbaren Wochen, die die Menschen mit dem Tag der Diagnosestellung oft hinter sich haben. Nein, sie lebt im „Hier und Jetzt“ und genau das ist es, warum die Gäste, die Patienten aber auch die Angehörigen auf Emma so reagieren.
Durch Emma haben sie endlich wieder die Möglichkeit andere, gute Gespräche zu führen, die nichts mit Trauer, Sorgen oder Ängsten zu tun haben. Und das ist in so einer Situation Balsam für die Seele.

Sissi

Sissi kam vor fünf Jahren in unsere Familie. Auch sie habe ich lange gesucht und im Jahr 2014 bei einer renommierten Züchterin gefunden. Sie ist ebenso wie Emma eine sanfte, bezaubernde und zertifizierte Therapiehündin, die unser Team seit vier Jahren unterstützt.

Es war einfach nur wunderbar zu sehen, wie aufmerksam Sissi wirklich alles beobachtet hat, was Emma ihr in den Einrichtungen vorlebte und wie schnell Sissi dann selber all dies umgesetzt hat.
Auch sie ist ganz behutsam im Umgang mit Kindern und hat in den Erwachsenen-Hospizen schon so vielen Menschen wunderbare und einzigartige Momente geschenkt.

Wenn sie neben einem Gast oder einem Patienten im Bett liegt, dann scheint es fast immer so, als ob sie mit diesem verschmelzen möchte. Denn sie kuschelt sich jedesmal so eng an den Menschen und schenkt ihm somit etwas, was man mit keinem Geld der Welt kaufen kann: pure und aufrichtige Hingabe und ein immenses Vertrauen.

Egal, wer auch immer in den Genuss kam, Sissi bei ihrer Arbeit beobachten zu können, dem bleibt sie in Erinnerung. Sie ist so zart und so einfühlsam, wenn sie auf andere Menschen trifft, dass sogar ich immer wieder ganz ergriffen bin über diesen einzigartigen Hund.

Wer Emma & Sissi einmal begegnet ist, der wird sie nie mehr vergessen.